Crime Scene do not cross! The Killing, Broadchurch & River

Crime-Time! heißt es derzeit häufiger bei uns zuhause. Nicht, weil wir selbst zu scharfen Messern greifen oder Morde zu vertuschen suchen, sondern weil wir auf der Suche nach süchtig-machenden Serien immer öfter am Genre Crime hängen bleiben. Zurzeit fesseln meinen Freund und mich vor allem gut erzählte Ermittler-Geschichten mit spannenden Fällen, menschlichen Abgründen und vielschichtigen Charakteren.  Aus diesem Grund gibt es heute meine aktuellen Favoriten und ein paar Serien-Tipps!

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The Killing

Bereits im Herbst letzten Jahres schauten mein Freund und ich auf Anraten einer Freundin die AMC-Serie The Killing, der Netflix mit einer vierten Staffel ein würdiges Ende gab. Noch heute erinnern wir uns immer wieder an die Zeit zurück, in der die Geschichte um die Polizistin Sarah Linden uns in den Bann zog und vergleichen unterschwellig alle anderen Formate mit diesem. Dabei basiert The Killing auf dem dänischen Original Kommissarin LundDas Verbrechen, doch davon wussten wir damals nichts. Und ganz ehrlich, wenn Linden in der Mordkommission als neuen Kollegen Stephen Holder (Joel Kinnaman) an die Seite gestellt bekommt, dann ist man drin – denn das ungleiche Team ist zwar seltsam, aber auch verdammt cool und ergänzt sich hervorragend. Natürlich fehlt es dem gegensätzlichen Duo nicht an Konfliktpotenzial, was das Ganze zusätzlich interessant macht.

Ihr erster gemeinsamer Fall dreht sich um den Mord an der Jugendlichen Rosie Larsen. Dieser ist auf die gesamte erste Staffel ausgelegt und eine Folge entspricht 24 Stunden. Dabei ranken sich nicht nur Geheimnisse um den letzten Abend von Rosie, den Tathergang und den Mörder – auch die Familiengeheimnisse werden im Zuge dessen ausgegraben. Tatsächlich schlägt der Fall so hohe Wellen, dass schnell auch die örtliche Politik zum Mittelpunkt der Ermittlungen wird. Besonders nah ging mir bei dem Ganzen das Schicksal von Rosies Familie, denn auf einer zweiten dramaturgischen Ebene wird ihr Leben und ihr Umgang mit dem Verlust erzählt. Das geht so unter die Haut!

Zudem spielen sich die Fälle von Linden und Holder in Seattle ab (aber zum Glück nicht im Seattle Grace Hospital von Grey’s Anatomy), was im Klartext mieses Wetter bedeutet. Das schafft eine düstere, dunkle Atmosphäre, die an den Charakteren haftet, und wenn ich heute an The Killing denke, dann auch automatisch an den Dauerregen, der thematisch total passt. Die Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Schnell will man nur noch wissen, wie es weiter- und ausgeht. Schon das verregnete Intro hatte es mir gleich angetan. Das war also Liebe auf den ersten Blick.

RANDOM: Joel Kinnaman spielt übrigens auch in der neuen Staffel House of Cards eine wichtige Rolle. Im August ist er außerdem in Suicide Squad als Rick Flagg zu sehen! Ich freue mich, dass er derzeit Hollywood erobert, denn seien wir ehrlich: er ist doch was für’s Auge.

Broadchurch

Im fiktiven Örtchen Broadchurch an der englischen Küste kennt sich jeder. Es passieren nie schlimme Dinge. Doch dann wird am Strand die Leiche eines toten Jungen gefunden. Als Ermittler-Duo bestechen dabei der zynische Alec Hardy (großartig: David Tennant) und die fürsorgliche Ellie Miller (Olivia Colman). Wieder ist es ein ungleiches Paar, das den Mordfall lösen soll und dabei das ein oder andere Mal heftig aneinander gerät. Die Geschichte wird so spannend erzählt, dass wir die zwei Staffeln der Serie an einem Wochenende durchgeschaut haben. Immer wieder werden auch Einblicke in das britische Mediensystem und die Justiz eingeflochten sowie Themen wie Toleranz, Vorurteile und Selbstjustiz verhandelt.

Auch Broadchurch ist so angelegt, dass ein Fall die gesamte erste Staffel durchzieht. Dabei wird die Handlung aber gleichzeitig in einen Gesamtkontext eingeflochten, beispielsweise gibt es Andeutungen, was Alec so kaputt gemacht hat, was dann in der zweiten Staffel aufgegriffen wird. Damit wird viel Zeit in die Gestaltung der Charaktere investiert und ihnen glaubhaft Tiefe verliehen. Alle Bewohner von Broadchurch zeichnen sich durch Vielfalt aus und wecken sofort das Interesse des Zuschauers, sodass Weiterschauen praktisch die einzige Option ist. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber die verwobene Handlung hat uns vollends überzeugt!

Die dritte und letzte Staffel von Broadchurch wird im Sommer gedreht und nächstes Jahr ausgestrahlt.

River

Die BBC-Serie River spielt in London und dreht sich um den Polizisten John River (Stellan Skarsgård), dessen Kollegin ermordet wurde. Fortan versucht er, den Fall aufzuklären. Die Tragik des Ganzen entfaltet sich bereits in den ersten Minuten der Serie und sie mündet in einem beklemmenden Gefühl, das sich die ganze Staffel über nicht auflösen will. Denn River wird von Geistern heimgesucht: Menschen, deren Fälle er bearbeiten muss, und Mörder, die er hinter Gittern gebracht hat. Trotz dieser Schwäche und dem nie ganz-bei-Verstand-sein ist seine Aufklärungsrate enorm hoch. Im Laufe der Serie wird deutlich, wie lange River sich schon mit diesem Schicksal rumschlägt. Es gibt immer wieder erheiternde Momente, in denen sich die Geister in die Handlung einpflechten und ihm in Form seines Unterbewusstseins Hinweise und Ratschläge geben – dann wieder schlägt seine Psyche um und hinterlässt ein bedrückendes Gefühl.

Die Geschichte ist dunkel und düster, London zeigt sich weniger als strahlende Metropole sondern eher als für viele Menschen perspektivloser Ort. Ganz anders als Broadchurch, bei dem zuweilen das beschauliche Küstenstädtchen durchscheint und einen neuen sonnigen Tag trotz all dem Unglück verspricht, gibt es bei River nur wenige entlastende Bilder. Die Musikauswahl ist absolut top und traf vollends meinen Geschmack. Ich will gar nicht lügen, die Tragik des Ganzen hat mich mehr als einmal zu Tränen gerührt. Besonders großartig ist einfach Stellan Skarsgård, gefolgt von seiner Kollegin Stevie (Nicola Walker). Ich habe es noch nie erlebt, dass Charaktere innerhalb von zwei Minuten dreidimensional und liebenswürdig erscheinen – River schafft es.

Was sind eure Crime-Time-Favoriten? Irgendwelche Empfehlungen aus dem “Ein-Fall-eine-Staffel”-Repertoire?

eurelaura

 

 

 

 

P.S. Genauso gerne habe ich übrigens auch die Serie Bosch geguckt, die Lisa schon vorgestellt hat. Ich freue mich schon, mit der zweiten Staffel auf Amazon Video fortzufahren! Anne kann euch übrigens True Detective empfehlen!

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