Film-Tipp: Unfriend

Na, Lust auf ein bisschen Grusel? Eigentlich kann man mir mit Horrorfilmen fernbleiben, seit mich die Mutanten aus The Hills Have Eyes vor Jahren um den Schlaf gebracht haben. Unfriend sprach mich allerdings an, weil der Film nicht nur eine deutsche Produktion ist, sondern auch mit Social-Media-Horror spielt.

Unfriend

Worum geht’s?

Die beliebte Studentin Laura (Alycia Debnam-Carey) hat etwa 800 Freunde bei Facebook, teilt (zu) viel in sozialen Netzwerken und führt ein nahezu perfektes Leben. Bis sie das Freundschaftsangebot der Mitstudentin und Außenseiterin Marina (Liesl Ahlers) annimmt und sich ihr Leben komplett verändert. Denn Marina entwickelt sich zur Stalkerin und auch Lauras Freunde geraten in Lebensgefahr.

Ein gelungener Mix aus Horror, Social Media und Splatter

Unfriend konnte mich positiv überraschen und hat von Beginn an seinen erzählerischen Sog entfaltet. Das Leben von Laura wird dem Zuschauer Großteils über Social Media vorgestellt – Posts werden geteilt und Bilder hochgeladen, der Schnitt ist dabei genauso schnelllebig wie das Online-Dasein. Auf diesem Weg gewinnt man in den ersten Minuten ein umfassendes Bild von Lauras sorglosem Studentenleben und den einzelnen Freundschafts- und Liebeskonstellationen. Die Schauspielerin mag ich sehr seit ihren Rollen in Fear the Walking Dead und The 100 – sie hat großes Talent!

Sehr kontrastreich ist der Charakter von Marina angelegt, die unter Depression und Isolation leidet und keinen Anschluss findet. Das zeigt sich vor allem über ihr Facebook-Profil, über das sie dunkle Gedanken, Bilder und Videos teilt. Sie klammert sich im Laufe der Geschichte geradezu an Laura, wird von der vermeintlichen Freundschaft aber enttäuscht.

Die Horrorelemente wurden gut in die Thematik eingeflochten – beinahe wie ein Virus erfasst der Fluch jeden einzelnen von Lauras Freunden, wobei die persönlichen Profile Dreh- und Angelpunkt der Handlung sind. Schreckmomente und Ekelszenen sind spannend inszeniert und ergeben ein stimmiges Gesamtbild – sagt die, die sonst eigentlich nicht gerne Horrorfilme guckt. Aber mir hat einfach die Atmosphäre des Films gefallen.

Es liegt definitiv etwas Besonderes in dem Zusammenspiel von Story, Setting, Social Media und Bildern. Einerseits  wünscht man sich fast auf den typisch-amerikanischen Campus und in die coolen Wohnungen und Kleiderschränke, andererseits überlegt man, mal wieder seine Facebook-Freundesliste auszusortieren (und hofft, nicht ebenfalls verflucht zu werden). Da ich nichts Weltbewegendes erwartet habe und man ja im Grunde auch weiß, dass das Rad im Horrorgenre nie vollkommen neu erfunden wird – höchstens mit neuen Formen von Angst  experimentiert wird – konnte Unfriend mich sehr zufrieden stellen. Uncut versteht sich hierbei von selbst.

Regisseur Simon Verhoeven hat übrigens in der Vergangenheit sowas wie Männerherzen gemacht – da ist Horror im internationalen Kontext ja fast so kontrastreich wie die beiden Mädels in Unfriend. Ich fand es jedenfalls ziemlich cool, dass es sich um eine deutsche Produktion handelt! Ach ja: der Trailer zum Film verrät meiner Meinung nach zu viel, deswegen habe ich ihn aus Prinzip nicht mit eingeflochten. 🙂

Mein Fazit

Genau der richtige Film für’s Wochenende. Ein bisschen Grusel, ein bisschen Gesellschaftskritik – und gleich etwas Neues, worüber man twittern kann!

Ich wünsche euch noch einen entspannten Dienstag

eurelaura

 

 

3 Comments

  1. 27. April 2016 / 1:02

    kann dir nur zustimmen! ich muss aber sagen, der trailer ist um einiges vielversprechender als der film selbst. der film ist ganz okay, genau der richtige für einen gemütlichen filmabend mit freunden 🙂

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