Jessica Jones

Wir haben jetzt Netflix. Also wenn ich in den nächsten Wochen keine Lebenszeichen von mir gebe, dann sorgt euch nicht. Ich sitze dann eingemummelt in meinem Kuschelpinguinanzug mit einer Kanne Tee vor der Glotze und binge-watche mich durch die Serien dieses Planeten.

Nein, natürlich nicht. Ab und zu werde ich mir schon was zu essen machen und Fotos davon auf Instagram posten. Also keine Sorge.

So, Netflix-Klischees beiseite. Immerhin soll es hier ja um eine neue Serie gehen und nicht um Schleichwerbung. Amazon Prime. Damit sei das Gleichgewicht der Natur wieder hergestellt.

Jedenfalls ergriff ich die Chance (und da boten sich mir sehr viele) Marvels neues Werk „Jessica Jones“ zu beginnen. Ich hatte (wie immer) keine Ahnung, was mich erwartet. Ich fand das Titelbild toll. Das reichte mir als Grund, mal die ersten Folgen reinzusuchten. Und die Sucht entwickelte sich recht schnell, denn schon in den ersten zehn Minuten wirft „Jessica Jones“ jede Menge kleiner Geheimnisse in den Raum, die mich einfach fesselten.

„Jessica Jones“ basiert auf dem Marvel Comic „Alias“ von 2001 und präsentiert in der Hauptrolle Krysten Ritter. Die kennen Film- und Fernsehfreunde aus „Breaking Bad“ oder „Apartment 23“. Wie ich finde, ein Charaktergesicht, das gut in düstere Rollen passt. Von daher schon einmal Daumen hoch.

Ohne zu viel vom Inhalt zu verraten: Im Mittelpunkt steht die Privatdetektivin Jessica Jones, eine Figur, die alle typischen Frauenrollen komplett über den Haufen wirft und sich Whiskey trinkend und in einer Bruchbude hausend durch dreckige Geheimnisse ihrer Klienten kämpft. Ach ja, und sie hat da solche Superkräfte, die sie super stark machen (Marvel lässt grüßen). Warum genau und was das alles soll, steht angenehm im Hintergrund, sodass man überhaupt nicht das Gefühl hat, gleich würde Marvel typisch ein muskelbepackter Jüngling im roten Ganzkörperlederanzug mit einem lauten SWOOSH durch das Bild sausen und eine Jungfrau in Not retten. Ganz im Gegenteil. Denn Jessica teilt richtig schön aus ohne dabei auf ihre Frisur zu achten oder ihr Dekolletee in die Linse zu halten.

Jessica hat eine etwas verzwickte Vergangenheit, die nach und nach erläutert wird, ohne zu viel Spannung vorwegzunehmen und geleichermaßen immer welche aufrechterhält. Sie macht es sich zur Aufgabe, den mysteriösen und skrupellosen Kilgrave aufzuspüren, der mit Hilfe seiner Gedanken andere Menschen gefügig macht und zudem noch eine nicht ganz gesunde Obsession für Jessica hegt. Ihr seht, es ist nicht einfach für Jessica.

Ich bin momentan bei der dritten Folge und kann es kaum erwarten die nächsten zehn zu schauen. Die Serie ist überaus spannend geplotet, ohne dass Handlungen oder Charaktere überzogen oder unglaubwürdig wirken. Anders als Serien wie „The Flash“ oder „Daredevil“ hat „Jessica Jones“ keine Superhelden-Allüren oder bunte Spezialeffekte nötig. Dunkel und dreckig, ein Film Noir mit Comiccharakter, der es versteht, dem Zuschauer immer einen Krümel Spannung hinzuwerfen, sodass man einfach nicht weg kommt von der Glotze.

eureanne

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