Kinoreview: Money Monster

Meine Kinobesuche sind derzeit zwar rar gesät, aber an meinem letzten Praktikumstag verschlug es eine Freundin und mich dann doch in die weichen Sessel zu Julia Roberts und George Clooney. Mit diesem Duo, so waren wir überzeugt, kann man nichts falsch machen und der Trailer versprach einen spannenden Thriller. Wie ich den Film empfunden habe, schildere ich Euch heute.


Worum geht’s?

TV-Moderator Lee Gates (George Clooney) ist das Gesicht einer erfolgreichen, US-amerikanischen Finanzshow, doch einer seiner Börsentipps erweist sich als Fehler – ein wütender Investor (Jack O’Connell) nimmt ihn und seine Crew als Geiseln. Fortan bemühen sich Gates und seine Produzentin (Julia Roberts), am Leben zu bleiben.

Tanz, Money Monster, Tanz!

Es ist die skurrile und bunte Welt des US-Fernsehens, in die der Zuschauer eintaucht. Schnell durchblickt man die Themen und Hierarchien in Gates‘ Show, die in weiten Teilen nur als trashig bezeichnet werden kann, was besonders kontrastreich erscheint, wenn man das ernste Thema betrachtet, mit dem er sich auseinandersetzt: Geld. Das Geld der Massen. Denn er gibt seinen Zuschauern wertvolle Tipps, wie sie ihr Geld am besten in Aktien investieren können. Eben so, wie er es gemacht hat: auf Risiko gegangen und gewonnen. Gates hat gewiss ausgesorgt, doch charakterlich tat ihm der eingeheimste Ruhm alles andere als gut.

Seine Attitüde sorgt dafür, dass Produzentin Patty Fenn die Show verlassen will – doch so weit soll es gar nicht erst kommen. Die heile Welt bricht zusammen, als ein Anleger sein ganzes Geld verliert und Gates dafür bezahlen lassen will, was das ganze Studio in Gefahr bringt – auch wenn der junge Mann alles andere als routiniert wirkt, geschweige denn einen ausgereiften Plan zu haben scheint. Aber über Bomben lacht man nicht und Gates kommt in die Bedrängnis, sich eine Sprengstoffweste anzuziehen. Es ist also ernst. Dabei steht der Zuschauer Großteils auf der Seite des Geiselnehmers, dessen ausweglose Situation nachvollziehbar ist und der Mitgefühl weckt. Auch wenn ich nicht verstehen kann, wie man einem tanzenden Money Monster ernsthaft glauben schenken kann.

Da die Sendung live übertragen wird, bekommen schon bald Medien und Polizei Wind von der Geiselnahme, die immer seltsamere Züge entwickelt. Und auch die Menschen auf der ganzen Welt verfolgen das Szenario mitgerissen. Der Geiselnehmer will indes Antworten, wie die Aktie so tief fallen konnte – ja, wie eigentlich? Spoiler: Das wird auch geklärt!

Mir war der Film über weite Strecken zu vorhersehbar – spannend, klar, aber die Entwicklungen haben mich nicht überraschen können. Dass es einige Lacher aufgrund der Inszenierung gab, hat mir allerdings gut gefallen. Auch die schauspielerischen Leistungen kann man lobend erwähnen, aber wenn Clooney und Roberts es nicht langsam beherrschen würden, wäre es komisch. Wie immer konnte ich meistens nur auf Roberts‘ Lippen gucken, wenn sie im Bild war.

Jodie Foster hat bei dem Streifen Regie geführt und fängt die amerikanische Gesellschaft, aber auch in großen Teilen die westliche Welt gut ein. Wie viel ist der einzelne Mensch eigentlich wert? Und wie viel das Geld? Am Ende des Tages war es nur ein weiterer Fall in den Breaking News, die Opfer sind schon fast vergessen und das Leben geht weiter – Irre gibt es überall, Tote ebenso. Was den Ausgang der Geschichte angeht und das damit verbundene Gefühl, mit dem der Film den Zuschauer entlässt, hat Foster etwas Beeindruckendes geschaffen.

Mein Fazit

Ein spannender Echtzeitthriller, den ich jederzeit weiterempfehlen würde und doch finde ich, dass man ihn nicht unbedingt im Kino ansehen muss.

Habt Ihr Money Monster schon gesehen und wie hat er euch gefallen?

eurelaura

2 Comments

  1. 19. Juni 2016 / 2:01

    Was ein Zufall 🙂 Ich war gestern mit meinem Freund in dem Film (mist es ist wirklich schon 2 Uhr). Wir haben uns auch amüsiert und sind uns auch einig, dass der Film etwas vorrausschaubar, aber trotzdem sehenswert ist. Die Schauspieler fand ich eine tolle Wahl und sie haben alle eine tolle Leistung abgegeben.

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