Oscar Filme: Her

Die Verleihung der Academy Awards rückt immer näher und ich packe mal wieder einen meiner liebsten Oscar-Filme aus: Her. Wenn ihr euch das Foto anschaut, bekommt ihr vielleicht eine Vorstellung davon, welche meine Lieblingsfarbe ist, und warum mir das DVD-Cover sofort ins Auge gesprungen ist. Aber zurück zum Film!

Her ist ein US-amerikanisches romantisches Science-Fiction Filmdrama von Spike Jonze aus dem Jahr 2013. Klingt verrückt, ist es irgendwie auch. Der großartige Joaquin Pheonix spielt des Theodore Twombly. Der Film spielt in einer nahen (gefühlt sehr nahen) Zukunft. Theodore ist eher der schüchterne Typ. Er ist sehr empathisch, was ihm in seinem Beruf sehr hilft: denn er schreibt Briefe für Menschen, die ihre Gefühle nicht so gut ausdrücken können. In seinem privaten Leben hat ihm das bisher allerdings nicht viel gebracht. Er muss gerade die Trennung von seiner Jugendliebe und Exfrau verarbeiten.

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Da kommt es gerade recht, dass ein neues Betriebssystem auf dem Markt ist, dass sich Theodore direkt zulegt. Er installiert es auf seinem Rechner und schon kann er sich mit einer angenehmen weiblichen Stimme (unbedingt im Original gucken: Scarlett Johanssons Stimme!) unterhalten. Er erzählt er viele private Dinge, unter anderem auch von seiner Angst vor der Einsamkeit. Theodore entwickelt eine sehr enge Beziehung zu seinem Betriebssystem, zunächst nur freundschaftliche und dann auch immer intimer.  Dass das nicht unbedingt gut gehen kann, erschließt sich wohl selbst.

Wenn man betrachtet, wie viel unserer Zeit wir mit dem Smartphone in der Hand in Sozialen Netzwerken und der virtuellen Realität verbringen, scheint dieses Szenario, eine Beziehung mit einem Betriebssystem zu führen, nicht so unmöglich, wie es im ersten Moment klingt. Sprachassistenten wie Siri oder Cortana machen es uns schon möglich, mit dem Smartphone oder dem Laptop zu kommunizieren. Im Film scheint es auch niemanden zu verwundern, wenn die Leute offen zugeben, eine Beziehung mit einer Stimme zu haben. Das ist irgendwie beängstigend. Die Vorstellung, die Nähe zur Realität und echten Menschen zu verlieren.. absolutes Albtraumpotenzial.

Dieser Film und auch das Buch The Circle lassen einen immer wieder aufs Neue darüber nachdenken, wie man mit der virtuellen Realität umgeht und ob man zu einem bestimmten Grad vielleicht schon den „echten“ Boden unter den Füßen verloren hat. Ich kann den Film auf jeden Fall empfehlen! Auch wenn ich mich die ganze Zeit gefragt habe, warum die Männer in der Zukunft wieder wie Magnum aussehen, aber lassen wir uns überraschen.
Der Film hat bei den Oscars 2014 im Übrigen die Auszeichnung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch erhalten. Nominierungen gab es unter anderem in den Kategorien Bester Film und Beste Filmmusik.

Habt ihr den Film bereits gesehen und regt er euch auch zum Nachdenken an?

Eure Lisa

2 Comments

  1. ReiseSpeisen
    11. Februar 2016 / 12:42

    Ein wunderschön gemachter Film. Thematisch lag er mir ziemlich schwer im Magen, was bei mir ein Indiz für einen wirklich guten Film ist. Meiner Meinung nach hat er völlig verdient den Oscar für das beste Drehbuch bekommen und hätte ihn auch für die Musik erhalten können. Akustisch und visuell wurde die Stimmung wunderbar unterstrichen.

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