Parks and Recreation

In Deutschland kennt man diese Serie wohl kaum so sehr, wie sie es tatsächlich verdient. Ich meine mich schwach zu erinnern, dass sie mal bei Comedy Central lief. Momentan wird sie wohl zu überaus unchristlichen Zeiten auf TNT ausgestrahlt.

Vollkommen zu Unrecht!

Parks and Recreation ist eine der besten Comedy-Serien, fernab von eingespielten Lachern und flachen Witzebuchzitaten, die ich in der letzten Zeit durchgesuchtet habe. Wenn ihr auch Verfechter von gutem Comedy-Geschmack seid, dann ist „Parks and Recreation“ der Heilige Gral unter den Sitcoms. Warum erkläre ich euch hier.

Zunächst zum Inhalt.

Der ist kurz und schnell dargestellt, denn im Prinzip dreht sich die Serie ausschließlich um das Departement Parks und Recreation der Kleinstadt Pawnee und dessen Mitarbeiter. Obwohl die Verwendung des Begriffs arbeiten an dieser Stelle weniger zutreffend ist. Denn in der kleinen Abteilung gibt es eigentlich nur eine Person, die voller Tatendrang, Eifer und Motivation engagiert um den Erhalt des Departements kämpft. Leslie Knope ist eine Type, mit der jeder Mensch mindestens eine Person aus seinem unmittelbaren Umfeld identifizieren kann: spritzig, aufgedreht, manchmal zu ehrlich und vor Arbeitswut strotzend. Das sind solche Personen, die einen manchmal zu überragenden Dingen motivieren, aber auch tierisch auf den Sa…äh Geist gehen können. Eine kleine, blonde Silvesterrakete auf LSD.

Der Chef des Departements ist allerdings jemand anderes. Ein Jemand, der ganz froh ist, die komplette Arbeit von Leslie übernehmen zu lassen, um sich einfach nur acht Stunden in sein Büro zu setzen und Dingen wie Basketball spielen, schnitzen, schießen und essen nachzugehen. Ein ganzer Kerl eben. Das ist vor allem an diesem gigantischen Schnurrbart zu erkennen.

Ron Swanson ist mit einer der witzigsten Charaktere der Serie. Nicht zuletzt wegen seiner außergewöhnlichen Einstellung zur Arbeitsverweigerung, sondern vor allem aufgrund seiner mimischen und rhetorischen Beiträge zum Geschehen. (Eigentlich kann ich mir das auch alles sparen, seht euch einfach dieses gif an. No more words needed).

Um Leslie und Ron herum wuselt eine Handvoll Mitarbeiter, die in ihren Charakteren mindestens genauso liebevoll gestaltet und gleichermaßen vollkommen durchgeknallt sind.

Da ist zum einen April, Rons Praktikantin, deren einzige Aufgabe es ist, sämtliche Termine nie stattfinden zu lassen, nicht ans Telefon zu gehen und keine E-Mails zu beantworten. Und das mit einer Dauer-angepissten-Miene, die ihre Einstellung zu ihrem Job ziemlich gut wiederspiegelt.

Ihr bester Freund Andy (Chris Pratt vor seiner Umwandlung zu Chris Pratt Pit), gestraft durch maximale Tollpatschigkeit, führt im Amt einen kleinen Laden für alles, inklusive Schuhputzstation. Seine naiv-treudoofe Art macht ihn zu einem überaus sympathischen Kerl, mit dem man selbst gut abhängen und Spaß haben könnte.

Auch Ann, Leslies Freundin und Krankenschwester, die gut und gerne in die Arbeiten des Departements eingespannt wird, unterhält mit ihrer mädchenhaften und verträumten Art. Tom hingegen, jeden Tag im Anzug erscheinend, hält sich selbst für den wohl tollsten Typen der Welt, kann aber nur durch seine maßlos übertriebenen Ideen glänzen. Und da ist da noch Jerry. Jerry ist dick, hochbegabt in Kunst und Musik und wird prinzipiell von allen gemobbt. Armer Jerry.

Das Beste an PaR (wie es die Vollblut-Fans nennen) und was die Serie auch deutlich von seiner medialen Konkurrenz abhebt, ist die Handkameraführung. So ähnlich wie ihr es schon aus Stromberg kennt, lässt sie Geschehendes wie eine Dokumentation wirken. Dabei  tut die Kameraführung sehr viel für die Pointen und Punchlines. (Bei Stromberg wirkt die Kamera immer wie ein gehässiger, schadenfroher, mit dem Finger zeigender Idiot. Bei Parks hingegen bekommt man das Gefühl, selbst im Geschehen und unter Freunden zu sein. Vor allem durch das beliebte Durchbrechen der vierten Wand)

Auch wirkt das Agieren der Schauspieler so natürlich, ihre Reaktionen real und menschlich und die Dialoge ungekünstelt und locker, dass ich manchmal schon dachte, wie cool es sein muss, dort zu arbeiten.

Dadurch kann man locker flockig drei bis vier Folgen am Stück durchlaufen lassen, ohne von platten Jokes oder vorhersehbaren Handlungen genervt zu sein. Auch unnötiges Drama sucht ihr hier vergeblich. In Pawnee haben sich eben alle lieb <3 … mehr oder weniger.

„Parks and Recreation“ ist rundum eine gute Laune-Serie mit erfrischenden Figuren und unverfälschtem Humor.

Diese Serie sollte definitiv auf eurer Watchlist stehen!

P.S.: Ihr könnt euch übrigens eine Großzahl der Folgen kostenlos auf Youtube ansehen. Ansonsten gibt’s Parks auch wie gewohnt auf Netflix.

eureanne

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