Rezension Insomnia | Jilliane Hoffman

Im Dezember habe ich tolle Bücher gelesen und konnte mir nach längerer Überlegung dann doch nicht nehmen lassen, ein paar davon zu besprechen. Ich weiß noch genau, wie ich zum Jahresende Bilanz gezogen und mich gefreut habe, noch so gut gelesen zu haben – für mich eines der schönsten Gefühle. Ein Buch, das mich ganz besonders begeistert hat, war der neue Thriller von Jilliane Hoffman Insomnia.

Ein paar Worte zum Inhalt

Die 17-jährige Mallory Knight verschwindet über Nacht spurlos – und taucht nach zwei Tagen orientierungslos und verletzt wieder auf. Sie behauptet, dem Hammermann entkommen zu sein und wird zu einem Medienereignis. Denn noch nie ist dem Serienmörder eines seiner Opfer entlaufen. Wenn da die Widersprüche in ihrer Aussage nicht wären…

Insomnia: Dein Leben, ein Albtraum

In Insomnia gibt es ein Wiedersehen im sonnigen Florida mit Special Agent Bobby Dees, der bereits im Thriller Mädchenfänger als Ermittler in Erscheinung trat und den Serienmörder Picasso jagte. Die Umstände rufen ihn schnell auf den Plan, denn er gilt als einer der besten in seinem Bereich. Ich finde Bobby als Charakter einfach unglaublich sympathisch und hatte einmal mehr Angst um ihn. Denn leider gehört Hoffman nicht zu den Autoren, bei denen man sicher sein kann, dass sie ihre Protagonisten beschützt – Leid ist quasi vorprogrammiert.

Auch in Insomnia gewinnt man Einblicke in die Psyche des Mörders. Diese Kapitel finde ich immer unglaublich faszinierend, weil Hoffman – wahrscheinlich durch ihre langjährige Erfahrung als Staatsanwältin – es versteht, sich in die Köpfe dieser Seelen zu denken. Die Gedanken des Hammermanns sind wieder so schwarz, dass sie einem die Gänsehaut über den Körper jagen (und man sich nachts nicht mehr aus dem Bett traut). Das Spiel mit den Abgründen ist auch in Insomnia wieder grauenhaft gut gelungen.

Die Spannung, die mich nach etwa dreißig Seiten absolut gefangen nahm, brach zu keiner Zeit der Geschichte ab. Ich unterscheide stets in zwei Arten von Spannung: die, bei der du nicht aufhören kannst, zu lesen und die von Jilliane Hoffman. Ihre Spannung dreht dir den Magen um. Auf der Fahrt nach Berlin musste ich das Buch zuklappen, weil sich ein beklemmendes Gefühl in mir aufbaute und das Kartenhaus kurz vorm Einsturz stand. Wirklich, es kommt selten vor, dass ich eine Pause brauche, weil die Spannung für mich unerträglich wird. Erst am nächsten Tag konnte ich das Buch beenden, weil sich nach einigen Ereignissen in ihrer C.J.-Townsend-Reihe eine Art Ehrfurcht in mir aufgebaut hat, sodass ich lieber um die letzten Seiten herumscharwenzle, als das Pflaster ruckartig abzureißen.

Das Buch ist einmal mehr aus verschiedenen Perspektiven geschrieben und eine davon hat mich besonders angesprochen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber streckenweise hat sich Insomnia doch wie etwas aus dem Genre New Adult gelesen – nicht vom Stil her sondern vom Setting. Durch die Erzählstruktur und die kurzen Kapitel lässt sich das Buch sehr schnell lesen und man erwischt sich wahrscheinlich mehr als einmal bei dem Gedanken „Nur noch ein Kapitel…“. Definitiv ein Pageturner, der den Leser an der Nase herumführt.

Ich finde es erfrischend, dass Hoffman nicht alle Bücher nach dem gleichen Prinzip ablaufen lässt und etwa ein Mord geschieht, um den sich der ganze Thriller dreht, sondern gezielt mit menschlichen Schicksalen arbeitet und diese fokussiert. In Samariter war es die Debatte um unterlassene Hilfeleistung und die beklemmende Frage an den Leser, wie er wohl selbst gehandelt hätte. Hier ist es das Jugendalter und die Probleme, die man in dieser Zeit hat, Lügen und wie ein junges Mädchen von der Gesellschaft ausgegrenzt wird. Die Macht der Medien wird einmal mehr gezeigt und bestimmt einen der Handlungsstränge, wobei man stets nur den Kopf schütteln kann. Besonders in den USA halte ich die Vorkommnisse für durchaus denkbar. Es ist aber auch nur logisch, das zu thematisieren, immerhin hat sich die Medienkultur verändert. Das fließt zum Beispiel auch in die Ermittlungen mit ein und plötzlich hat sogar Bobby einen Twitteraccount!

Mein Fazit

Wieder ein unglaublich spannendes Buch von Jilliane Hoffman, das ich weiterempfehlen kann. Ihre Thriller sind ein wahres Highlight, da sie so viele Details in die Geschichten einfließen lässt – die amerikanische Justiz, das Mediensystem… und wenn ich das nun um weitere Punkte ergänze, würde ich spoilern. Fans vom Genre sollten sich das Buch unbedingt mal anschauen!

Übrigens: am allerliebsten habe ich ja die Epiloge, da sie darin meist ihre Protagonistin aus der C.J.Townsend-Reihe erwähnt. Mama und ich warten ungeduldig darauf, dass es damit weitergeht! Meiner Mama gebührt auch der Dank, dass ich das Buch sofort lesen konnte, denn neue Bücher von Hoffman und Fielding werden in meiner Familie immer gleich vorbestellt.

Herzfaktor:

Herzfaktor_5_Fünf_Herzen

Habt ihr schon etwas von Jilliane Hoffman gelesen?

eurelaura

 

 

 


Auf einen Blick:

 Verlag:  Wunderlich – Erscheinungstermin: 27.12.2016 – 480 Seiten – ISBN:  978-3-8052-5071-9 – Übersetzt von: Stefanie Kremer, Sophie Zeitz – Deutsche Erstausgabe

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5 Comments

  1. 14. Januar 2017 / 19:18

    Huhu 🙂 Habe vor Jahren ihre ersten beiden Thriller gelesen und fand sie richtig gut. Dieses neue Werk hört sich auch wieder sehr spannend an. Es kommt jetzt auf die Wunschliste.

    LG

    • 14. Januar 2017 / 19:39

      Jaaaaa cool und Mädchenfänger musst du auch lesen! 🙂 LG

      • 14. Januar 2017 / 19:43

        Werde ich machen! Als erster muss jedoch erst einmal Argus nachgeholt werden. 🙂

  2. 15. Januar 2017 / 10:55

    Servus Laura,
    oh das klingt so gut, dass ich es gleich meiner Einkaufsliste hinzufügen muss .. besser gesagt, meiner Geschenkeliste, Ich selbst habe noch keine Bücher bisher von der Autorin gelesen. Aber zwei meiner besten Freunde lieben Krimis und Thriller. Früher hab ich auch ganz viel davon gelesen aber irgendwie bin ich seit 2-3 Jahren im Fantasy Genre stecken geblieben …

    Du sagst, es gibt ein Wiedersehen mit einem Detective – muss man denn das Vorgängerbuch gelesen haben, um auch dieses hier zu verstehen oder besser mitzukommen? Oder kann man es auch ohne Vorwissen lesen (oft kann man ja, aber es fehlen einem dann doch Infos)?

    Liebe Grüße
    Kati

    • 15. Januar 2017 / 12:18

      Huhu Kati,
      zwar werden die Ereignisse in Mädchenfänger kurz erwähnt und auch was sich seither im Leben von Bobby Dees geändert hat, aber Insomnia lässt sich trotzdem als eigenständiges Buch sehr gut lesen! 🙂 Mädchenfänger war aber auch ein sehr spannendes Buch, das ich damals in einem Rutsch gelesen habe.

      Ich mag es sehr gerne, zwischendurch immer mal Thriller zu lesen, die Abwechslung im Stil tut mir irgendwie wirklich gut!

      Viel Spaß beim Verschenken! 🙂
      Liebe Grüße
      Laura

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