Rezension: The Circle von Dave Eggers

Big Brother is watching you.

Zum Geburtstag hab ich ein ganzes Arsenal an Büchergutscheinen bekommen, weswegen mich mein Weg wenige Tage später direkt in den Buchladen geführt hat. Dabei ist mir mal wieder aufgefallen, dass es gar nicht so leicht ist, sich für etwas zu entscheiden. Am Ende fiel meine Wahl auf den Roman The Circle von Dave Eggers. Man merkt, über die Ecke mit den Neuheiten hab ich es gar nicht hinaus geschafft.

Rezension_The Circle

Der Inhalt hörte sich ziemlich spannend an und war mehr als passend zu meinem Studium der Medienwissenschaften. Es geht um die totale digitale Vernetzung und ein absolut transparentes Internet. Die ganzen großen Internetkonzerne wie Facebook, Google und Co. wurden alle vom sogenannten „Circle“ geschluckt und ersetzt. Der Circle ist ein Unternehmen, dass sich selbst als das Nonplusultra betrachtet. Jeder möchte natürlich dort arbeiten und ein Teil dieser Welt sein.

May fängt neu beim Circle an. Nachdem sie einige Rügen einstecken musste aufgrund zu geringer Partizipation, arbeitet sie sich kontinuierlich nach oben in der Nahrungskette. Im Laufe der Zeit wird sie mit einem ganz speziellen Projekt beauftragt. Die totale Transparenz. Sie trägt den ganzen Tag eine Kamera um den Hals, die ununterbrochen Bild und Ton aufnimmt. Lediglich auf der Toilette und in der Nacht darf abgeschaltet werden. Die Kamera überträgt selbstverständlich live ins Internet. Läuft euch dabei auch ein Schauer über den Rücken?

The Circle strebt die Vollendung an, was bedeutet, dass jeder und alles transparent ist. Jeder kann überall gefunden werden, da auf der ganzen Welt Kameras in jeder kleinsten Ecke platziert werden. Es gibt keine Privatsphäre mehr. Jeder weiß alles über den Nachbarn, den Briefträger oder den Bäcker von nebenan. Aber wer will das wirklich? Geben wir nicht jetzt bereits viel zu viele Informationen im Netz über uns preis?

Rezension_The Circle2

Fazit

Mir hat das Buch auf jeden Fall Angst gemacht. Ich kann nur hoffen, dass nicht irgendwann so viele dumme Menschen auf einem Haufen zusammenkommen und so etwas planen. Nach dieser Lektüre denkt man auf jeden Fall zweimal darüber nach, wie man sich im Internet verhält und welche Daten man wo bereitwillig herschenkt. Spannend war das Buch auf jeden Fall und ich hatte es innerhalb weniger Tage durch.

Wie seht ihr das? Habt ihr das Buch bereits gelesen? Und wie schätzt ihr unser digitales Verhalten ein?

Eure Lisa

6 Comments

  1. 22. Oktober 2015 / 11:52

    Liegt bei mir auf dem Schreibtisch. Wobei ich diese problematische Entwicklung nicht dem Circle anhängen würde, sondern uns Internetnutzern, die überall alles preisgeben.

    • Lisa
      22. Oktober 2015 / 12:00

      Ja, da geb ich dir Recht. Die Nutzer denken über ihr Verhalten und die Konsequenzen meist viel zu wenig nach. Allerdings denke ich auch, dass der Circle dieses Verhalten unter anderem auch durch Manipulation der Menschen auf eine ungeahnte Spitze treibt.

  2. 22. Oktober 2015 / 12:11

    Mir ging es ähnlich. Habe das Buch vor 2-3 Jahren gelesen und bin seitdem kaum noch auf Facebook aktiv. 😀
    Aber es ist ja nicht so, als wäre alles in dem Buch negativ. Die Transparenz hat ja zum Beispiel auch dafür gesorgt, dass Cybermobbin endete. Und durch die Kameras endeten letztendlich sogar die Kriegsverbrechen. DAS ist meiner Meinung nach das eigentlich erschreckende. Was ist einem wichtiger: Sicherheit oder Freiheit? Wie weit lässt man sich in seiner Freiheit einschränken, um mehr Sicherheit zu erlangen?
    Fand das Buch auf jeden Fall sehr gut und es hat zum Nachdenken angeregt.

  3. 22. Oktober 2015 / 17:06

    Also ich habe das Buch auch auf Empfehlung gelesen und fand es wirklich erschreckend, wie verblendet die Menschen sein können.

    Vor allem problematisch fand ich, dass die Protagonistin immer weiter in diese Abwärtsspirale reingezogen wird und nie „aufwacht“ im Prinzip.

    Also das war wirklich das Tolle und zugleich Erschreckende in diesem Buch.

    Der Schreibstil hat mir allerdings gar nicht gefallen! Viel zu eintönig, langatmig und einfach nur schlecht geschrieben….der Message hat es allerdings nicht geschadet.

    Liebe Grüße,
    frauplasma

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