Rezension: The Girl Before | JP Delaney

Auftritt: Franzi, treue Leserin des Medienmädchen-Blogs und begeisterte Krimi-Verschlingerin. Mag es weniger blutrünstig als Gründungsmitglied Laura, hat sich aber geopfert und den mega gehypten Psychothriller The Girl before – Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot. von JP Delaney gelesen und musste erstaunt feststellen: jupp, das kann was.

Handlung

„Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches.”

Der Inhalt ist relativ schnell erzählt: der Leser verfolgt die parallel verlaufenden Geschichten von Jane und Emma. Nur mit dem großen Unterschied, dass Emma bereits tot ist, als Jane in das hochmoderne Haus im Norden Londons einzieht, entworfen vom gefeierten Architekten Edward Monkford.

Das Haus ist ein Paradies für Technik-Freaks: ein Code auf dem Handy dient als Eingangsschlüssel, das Licht passt sich automatisch den Wetterverhältnissen an und das Gebäude ist dank der vielen Kameras bestens überwacht. Wäre da nicht eins: Deko und Möbel dürfen nicht verändert werden, ein Evaluationstest am Ende des Monats macht dem Mieter klar, woran er noch an sich arbeiten kann und der Mieter muss sich bereit erklären, dem Architekten und Besitzer alles über sich zu erzählen.

Frau Nr. 1: Als Unschuldslamm getarnt, zieht Emma mit ihrem Freund in das hochmoderne Haus und verfällt schnell dem Charme des eigensinnigen Architekten Edward. Dass das Märchen jedoch kein Happy End hatte, erfährt Frau Nr. 2, Jane, als sie Jahre später in das Haus einzieht. Noch mit den Folgen einer Totgeburt traumatisiert, lenkt sie sich ab, indem sie versucht den Mord der schönen Vormieterin aufzuklären. Eine Affäre mit Edward bringt sie jedoch aus der Bahn und schnell wird auch ihr klar, dass das Haus und sein Besitzer eine dunkle Vergangenheit verbergen.

Zwei interessante Protagonistinnen

…denn sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Emma zieht mit ihrem Freund in das Haus ein, nachdem sie eines Nachts Einbrecher auf frischer Tat ertappte. Ein Streit mit ihrem Partner veranlasst sie, ihn rauszuwerfen und kaum Single für eine Minute, ruft Edward an und sagt: „Ich möchte mit ihnen schlafen.“ Tut sie dann auch. Wen wundert es – er sieht gut aus und hat ordentlich Kohle und was Emma besonders gefällt: er hat tausend Regeln, die sie brechen möchte, um danach den Hintern versohlt zu bekommen. Hallo, Shades of Grey.

Jane ist zwar auch so dumm, um auf seinen Spruch „Ich möchte mit dir schlafen“ hereinzufallen, ist jedoch auch ein rationales Wesen und weiß, wie sie sich vor allem selbst schützt.

Seine Machtspielchen holen das Hässlichste aus Emma hervor und ihre perfiden Lügen-Konstrukte kommen nach und nach ans Licht. Jane hingegen dreht den Spieß um und erteilt Edward die Lektion seines Lebens.

Fazit

Gone Girl, Girl on the train und nun also The Girl before – gut, meinetwegen. Diverse Frauenzeitschriften haben es als Lesetipp des Monats angeprangert. Voller Skepsis machte ich mich an das Buch und kann nur sagen: nicht schlecht! Die parallelen Erzählstränge machen die Geschichte wahnsinnig interessant.

Ein Problem hatte ich jedoch damit, dass beide Frauen komplett ihre Freiheit für dieses Haus aufgeben. Denn um hier mal etwas zu spoilern: keine Deko ist erlaubt. Keine eigenen Möbeln, Fotos oder Bücher! Klar, London ist ein harter Wohnungsmarkt und man nimmt was man kriegen kann – aber sowas? Selbst das Internet wird überwacht.

Es war auch sehr ärgerlich, dass beide Frauen SOFORT mit ihm in die Kiste springen. Dass der Mann eine Macke hat, merkte ich, als er eines Nachts anfing, die Gewürze alphabetisch zu ordnen. Kontrollzwang at it’s best. Sogar dieselbe Perlenkette gibt es für beide Frauen.

Trotzdem packt einen das Buch und die Geschichte weckte schnell meine Neugier. So interessant das Ende auch war, umso faszinierender fand ich es zu entdecken, was hinter der Fassade mancher Charaktere schlummert. Kaum denkt man dem Mörder auf der Spur zu sein, dreht sich das Rad und das Raten fängt von vorne an. Interessante Handlungstwiste, die das Buch lesenswert machen, sodass es daher sofort als Päckchen zu Laura wanderte.

P.S. Überraschung – es wird ein Film draus gemacht!

 

Habt ihr euch dem neuen Hype an der Thriller-Front schon hingegeben?

 

Bibliographische Angaben:

The Girl Before – Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot. von JP Delaney | Thriller | Penguin Verlag | 400 Seiten

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1 Comment

  1. Beate Uhlemann
    30. Mai 2017 / 11:57

    Herrlich, diverse Frauenzeitschriften hab dieses empfohlen. Zugegeben in letzter mag ich eher auf anderen Blogs zu stöbern, als mir solche Zeitschriften näher anzusehen. Ich würde sagen, wandert auf meine WuLi. Dankeschön für die Empfehlung und lg Beate

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