Rezension: Wer war Alice von T.R. Richmond

Wie einige vielleicht bereits in Lauras Messerückblick gelesen haben, war auch ich auf der Leipziger Buchmesse. Allerdings nur am Freitag und mit weitaus weniger Terminen auf dem Plan. Vorrangig wollte ich zu Sebastian Fitzek, um mir seinen neuesten Roman signieren zu lassen. Allerdings wurde natürlich auch in der Messebuchhandlung Halt gemacht, und ich kam nicht umhin, ein neues Buch in meinen Besitz übergehen zu lassen. Diesmal war es Wer war Alice von T.R. Richmond, ein Thriller der etwas anderen Art.

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Worum geht’s?

Die Mittzwanzigerin Alice wird eines Tages tot in einem Fluss treibend aufgefunden. Alle sind schockiert. Wie konnte das nur passieren? War es ein Unfall, Selbstmord oder vielleicht doch Mord? Dieses Rätsel gilt es aufzuklären.
Dabei steht allerdings nicht die Ermittlungsarbeit der Polizei im Vordergrund. Vielmehr ist es ein Sammelsurium aus SMS, E-Mails, Briefen von Alice selbst, aber auch von Freunden und Bekannten. Ein Professor der Universität, an der sie studierte, ist wie besessen von Alice. Er möchte alle Einzelheiten aus ihrem Leben zusammentragen und in einem Buch veröffentlichen. Mit der Zeit wird einem klar, dass man dieses „Buch“ gerade in den Händen hält.

Lohnt es sich?

Man darf keine zusammenhängende Handlung wie bei einem normalen Thriller erwarten. An diesem Buch ist nichts normal. Die einzelnen Fragmente aus Alice Leben springen innerhalb der Zeit und man muss gut auf das Datum achten, um nicht den Überblick zu verlieren. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass die Episoden einem roten Faden folgen und den Leser am Ende zum Ziel führen. Allerdings muss man auch sagen, dass sich dadurch die Spannungskurve nicht wie in einem normalen Thriller entwickelt. Obwohl bis zum Ende nicht klar, wie Alice ums Leben gekommen ist, war es eher die Rekonstruktion ihres bisherigen Lebens, was mich fasziniert hat. Trotzdem wollte ich unbedingt wissen, was passiert war. Vom Ende war ich allerdings etwas enttäuscht. Aber vielleicht ist es genau das, was das Buch so besonders macht: das Nachzeichnen der Bedeutung des Lebens und der Grund dafür, dem Leben ein Ende zu setzen im Kontrast.

Fazit

Der Professor, der alles über Alice sammelt, ging mir mit der Zeit ganz schön auf die Nerven, kein besonders sympathischer Zeitgenosse. Aber ohne ihn, wäre die Wahrheit nicht ans Licht gekommen. Auch wenn es kein klassischer Thriller war, fand ich die Geschichte und vor allem den Aufbau des Buches sehr interessant. Also für alle, die mal etwas anderes lesen möchten, eine ganz klare Empfehlung. Einfach mal drauf einlassen!

Habt ihr das Buch schon gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Eure Lisa

 

3 Comments

  1. 4. April 2016 / 16:07

    Hi Lisa! Ich lese das Buch im Moment und stecke seit einer ganzen Weile auf Seite 126 fest. Der Aufbau des Buches stört mich nicht. Die ungewöhnliche Art und Weise, wie Richmond die Geschichte erzählt, war einer der Gründe, warum ich es gekauft habe und gespannt darauf war. Trotzdem ist es anfangs wirklich schwer, einen Zugang zu finden und man muss öfter zurückblättern, um nicht mit den Zeiten durcheinander zu kommen, wie du auch erwähnt hast.

    Ich hatte immer noch gehofft, dass das Ende die Mühe entlohnen würde. Anscheinend nicht!?^^ Bei dieser ungewöhnlichen Art des Erzählens, erwartet man wohl auch ein ungewöhnlich tolles und grandioses Ende.
    Aber mir geht es zumindest so wie dir: Ich muss trotzdem unbedingt wissen, was passiert ist! Also lese ich es später bestimmt weiter und kämpfe mich einfach durch. 🙂

    • Lisa
      4. April 2016 / 17:43

      Also ich sage mal so, das Ende ist nicht unbedingt das, was man vielleicht erwarten würde. Was ja im Grunde gut ist. Ich hatte nur irgendwie etwas dramatischeres erwartet. Dafür kann man vielleicht sagen, so spielt das Leben. 😉

  2. 6. April 2016 / 23:04

    Ich habe die Leseprobe des Buches gelesen und war so begeistert davon, dass ich unbedingt das Buch lesen wollte. Bisher kam ich leider noch nicht dazu, es mir zu kaufen.

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