Sarah und Pietro … bekommen ein Baby!

Und anscheinend sind sie die ersten Menschen auf dieser Erde, die das tun. Denn gefühlt sind Themen wie Flüchtlingspolitik und Griechenlandkrise nur halb so präsent im WWW wie Sarah und Pietro und die Schwangerschaft.

Nun gut, ich muss ja zugeben, das ist natürlich hauptsächlich der Fall auf Portalen wie Facebook, Promiflash und Co. Trotzdem scheint man auch im Fernsehen nicht wirklich um die beiden herum zu kommen.

Medienmädchen_TV_TV Katastrophen_arah und Pietro

Diese Woche habe ich mich mal wieder vor den TV gesetzt und gelangweilt durchgeseppt. Dass das Fernsehen irgendwie nichts (mehr?) zu bieten hat, ist ja allseits bekannt. Kurz sah ich Peter Zwegat dabei zu, wie er versuchte einem verschuldeten Paar zu erklären, dass die Anschaffung eines Tablets und monatliche Ausgaben für Deko im Wert von 100 Euro nicht unbedingt zur Besserung eines 70.000 Euro Schuldenbergs beiträgt (Ich kann mir so etwas nicht lange ansehen. Das Unverständnis über solche Naivität verschafft mir cholerische Anfälle). Aber die Katzen waren niedlich.

Ich seppte weiter und landete bei den Gesichtern, die momentan jegliche Social-Media Startseiten pflastern: Pietro und Sarah. Und sie bekommen ein Kind. Wir erinnern uns zurück:

Anfang des Jahres  durften wir uns schon einmal von einer Sarah und Pietro-Reality Show beglückt fühlen.

„Sarah und Pietro … bauen ein Haus!“

(Als ausgebildeter Medienmensch analysiere ich, dass das Einbauen von drei Punkten im Titel die Möglichkeit offen lässt, ja sogar zwingend impliziert – sagen wir am besten droht! – eine Fortsetzung auf die Mattscheibe zu bringen)

Mich quält beim Anblick dieser medialen Farce hauptsächlich eine Frage: Warum?

Warum sind diese beiden Personen, die im Promistatus noch unter Melanie Müller stehen, so fürchterlich interessant? Wer sind diese Menschen überhaupt?

Tatsächlich musste ich eben erstmal kurz googeln, inwiefern beide mit der ominösen Show DSDS behaftet sind. 2011 (meine Güte, das ist schon vier Jahre her…) gewann der begeisterte Mützenträger Pietro die Casting-Show gegen seine jetzige Frau (haben die schon geheiratet? Habe ich etwa Sarah und Pietro … heiraten!“ verpasst?!).

Ich schätze mich gerade sehr glücklich, dass mir kein Titel einfällt, den beide performt haben.

Aber womöglich ist das die Antwort auf alle unsere Fragen: Sarah und Pietro brauchen einfach das Geld und den Ruhm, um bald wieder musikalisch durchstarten zu können (und um das Haus abzubezahlen und das Baby zu ernähren).

Und vielleicht auch um sich einen besseren TV-Producer zu leisten. Denn die drei Minuten, in denen ich für Zwecke der Feldforschung in diese beiden Gesichter blickte, waren wirklich ein Härtetest.

Gescriptet ist kein Ausdruck. Beide wirkten steif wie Legomännchen, die in ihr Lego-Haus gesetzt wurden. Man kann auch das „selbst“ gebaute Haus bewundern, das steril und kalt wirkt, als würden beide dort nur für die drei Stunden Dreharbeiten ihre Zeit verbringen und sich nach auf dem Boden gemalten Linien und Kreuzen durch die Zimmer bewegen.

Mit dieser unangenehmen Unnatürlichkeit können die Dialoge gut mithalten. Wie den meisten bekannt sein mag, gehört Pietro nicht gerade zu der schlauen und eloquenten Sorte Mensch. Das wird und wirkt leider auch nicht besser, wenn man ihm einen Text vorgibt, den er mechanisch in die Kamera stottert.

Uuuuund natürlich, wie sollte es anders sein, kommt nach der Szene „Sarah und Pietro befinden sich im Kinderzimmer und richten es zum zehnten Mal neurotisch her“ die Szene „Sarah und Pietro liegen (mit Cappies) auf ihrem Sofa und hören sich über ihr Handy ihren eigenen Song für das Baby an“. Begleitet von Pietros Textzeile: „Da haben wir uns wirklich mal eigene Gedanken gemacht und wirklich einen eigenen Song geschrieben.“

Respekt.

Und da Pietros Worte so voller Weisheit stecken, möchte ich euch die Moral dieses Beitrags mit auf den Weg geben: Macht euch wirklich mal eigene Gedanken und schaltet am Montag nicht ein 🙂

Schaut lieber Mal ´ne Serie oder ´nen Film!

Eure Anne

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.